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Hundeschule in Dreieich

Zu Gast in einem Haushalt mit Hunden- Ein Erfahrungsbericht

Sich das Heim mit einem Vierbeiner zu teilen ist jeden Tag spannend, abwechslungsreich und lustig. Kurz gesagt, es ist eigentlich immer was los! Du und deine Fellnase könnt dabei nicht ohne einander und auch in den Augen des Hundes seid ihr ein Rudel.

Hierbei kann man allerdings schnell vergessen, dass es für Gäste, gerade für solche ohne eigenen Hund, sehr schwierig sein kann, sich bei einem Besuch richtig zu integrieren. Viele sind etwas unsicher, wie man sich am besten verhält und vor allem, wie man mit einem fremden, vielleicht sogar großen Hund richtig umgeht.

Ein Erfahrungsbericht (oder so etwas ähnliches)

Als ich im Sommer letzten Jahres meine Freundin kennenlernte, war ich auf Wolke 7. Wir waren total verliebt, konnten uns kaum aus den Augen lassen und wollten alles übereinander in Erfahrung bringen. Sie macht viel Sport, lacht gerne und liebt Hunde. Während wir also bei gemeinsamen Spaziergängen über alles Mögliche tratschten und lachten, erzählte sie mir auch viel über die beiden Hunde ihrer Familie, zwei Labradore, die zuhause dies und jenes anstellten, hier was ausfraßen und dort was auf den Kopf stellten. Da ihre Mama als Hundetrainerin arbeitet, wurde mir zwar versichert, die beiden Vierbeiner seien trotz kleinerer Patzer alles in allem gut mit dem Hunde-Knigge vertraut, jedoch sind Phrasen wie „Der kleine tut dir nichts“ denke ich jedem bekannt und wenig glaubhaft.

Bisherige Erfahrungen

Die Geschichten waren für mich als Jemand, der noch nie einen Hund oder andere Haustiere hatte stets sehr unterhaltsam und total interessant, doch trotz der Tatsache, dass es sich bei solcher Erziehung eigentlich um Muster-Hunde handeln sollte, war ich recht skeptisch. Natürlich wollte ich die beiden unbedingt mal kennenlernen (und den Rest der Familie natürlich auch!), doch bevor ich nun dazu komme, das erste Aufeinandertreffen zu schildern, möchte ich zwei bisherige und sehr prägende Erfahrungen mit Hunden zusammenfassen und zeigen, woher meine Skepsis kam:
-   Mit ca. 7 Jahren habe ich den (riesigen) Hund von Freunden meiner Eltern gestreichelt. Meine Hand verfing sich dabei kurz in seinem Fell, woraufhin er nach mir schnappte- das hatte aber außer mir keiner gesehen weshalb es mir auch keiner glaubte. Der Hund sei doch „Sooo ein lieber!“
-   Mein Großvater hat einen Jack Russell, der seine Manieren allerdings nicht in der Hundeschule gelernt, sondern mehr oder weniger gut Zuhause beigebracht bekommen hat. Er beißt Jogger, hat sich schon zweimal auf dem Kompost des Nachbarn vergiftet, ist ausgebüchst und wurde von der Polizei heimgebracht, macht regelmäßig Häuflein vor die Türschwelle des anderen Nachbarn und rennt bellend auf jeden zu, der sich dem Haus nähert. Egal ob Freund oder Feind!

Das erste Kennenlernen rückt näher

Einerseits freute ich mich also darauf, die beiden Hunde kennenzulernen, andererseits kamen mir, je näher der erste Besuch bei der Familie meiner Freundin rückte, doch immer mehr Zweifel. Was wenn sie mich hassten und die ganze Zeit knurren und bellen würden? Was wenn ich unterm Tisch gebissen werde und es mir wieder niemand glaubt?? Was wenn die beiden ebenfalls nur zuhause und mit viel Raum für eine eigene Charakterentwicklung erzogen wurden und sich auf mich stürzten, sobald ich durch die Tür trat??? Nicht dass ich panische Angst vor Hunden hätte, meine bisherigen Erfahrungen sind einfach nicht allzu positiv gewesen.
Die Tage vergingen also und ich machte mir immer mehr Gedanken. Die Eltern meiner Freundin kennenlernen und einen guten Eindruck machen… nicht unmöglich! Aber ins Revier zweier großer Hunde einzudringen, ohne ihnen erklären zu können, dass man nichts Böses im Schilde führt… könnte schwierig werden. Immer häufiger fragte ich also bei meiner Freundin, wie ich mich richtig verhalten sollte. Starr draußen stehen bleiben, die beiden ignorieren oder doch einfach flach auf den Boden legen?

Das erste Aufeinandertreffen

Es half alles nichts und schließlich war es soweit: Ein Wochenende im Elternhaus meiner Freundin. Während der Autofahrt war ich bereits angespannt, auf dem Weg vom Auto zur Tür konnte ich an nichts anderes mehr denken. Noch einmal tief durchatmen, dann der Druck auf die Klingel. Drinnen sofort Gebell! Tiefes, feindlich klingendes Gebell! Die Tür geht auf. An der Tür steht meine Freundin mit einem Lächeln im Gesicht. Im Hintergrund ihre Familie, freundlich und interessiert. Dazwischen zwei große, dunkelbraune Carnivore. Ein Teppich wird weggefegt, ein Stuhl fliegt zur Seite. Die beiden kommen in gewaltigen Sätzen und einem Höllentempo auf mich zu.
Innerlich zieht mein Leben an mir vorbei.
Die begrüßenden Worte meiner Freundin nehme ich gar nicht war.
Doch kurz bevor die beiden Ungetüme mich erreicht haben, kommt plötzlich alles anders. Die Hunde bremsen ab, einer hüpft leicht an mir hoch, der andere schnüffelt an meiner Hand. Erst energisches Wedeln mit dem Schwanz, dann drehen sie mir den Rücken zu und stapfen zurück zum Körbchen- desinteressiert, als würde es mich nicht geben. Ich stehe wie angewurzelt da. Meine Freundin schiebt mich ins Wohnzimmer, wo ich ihren Eltern etwas zittrig die Hand gebe. Die beiden Vierbeiner… liegen im Körbchen, die Augen zu und in Gedanken schon wieder ganz woanders.
Ich bin unglaublich erleichtert.

Vorsichtiges Kennenlernen

Der restliche Abend verläuft sehr gut, die Familie ist total freundlich und am Ende setze ich mich sogar (Mit meiner Freundin an der Seite) zu den beiden Hunden und streichle sie ein bisschen. Kein Schnappen nach meiner Hand, kein Knurren oder Zähne fletschen, vielmehr ein zufriedenes Hecheln.
Auch die nächsten zwei Tage verlaufen sehr gut. Wie sich herausstellte, waren die beiden weder bis aufs Blut mit jedem Fremden verfeindet, noch bissen sie mich ungesehen, um dann so zu tun als wäre nichts passiert. Gemeinsam mit meiner Freundin gingen wir Gassi, spielten auf dem Teppich und schließlich bekamen sie ihre tägliche Karotte sogar direkt aus meiner Hand!
Als das Wochenende vorbei war, konnte ich bereits über die Witze lachen, die meine Schockstarre am ersten Abend mit sich brachte und die Hunde schienen in mir eher einen freundlichen Onkel mit Karotten in den Taschen als einen Eindringling zu sehen. 

Die Zeit danach

Heute, ungefähr ein halbes Jahr nach dem beschriebenen Wochenende ist nichts Angsteinflößendes mehr dabei, das Haus zu betreten oder beim Gassi gehen fremde, unangeleinte Hunde zu treffen. Wie ich erkannte, bellen sie beispielsweise beim Geräusch der Klingel, ganz egal wer dahinter steht. Natürlich sind fremde Hunde, gerade solche außerhalb des Handtaschenformats, angsteinflößend und wenn was nicht hilft, dann ist es die Besänftigung „Der will nur spielen“ oder „Der hat noch nie jemandem was getan“ (Laut meines Großvaters hat sein Vierbeiner auch noch nie jemandem etwas getan, bis er eines Tages versucht hat, für den Postboten das letzte Stündlein einzuläuten).
Doch trotz des unangenehmen Gefühls, einer fremden Fellnase gegenüberzustehen, kann man ihre Signale deuten und beispielsweise den freudig wedelnden Schwanz erkennen, während sie mit maximaler Geschwindigkeit auf einen zurennen. Der Hund sieht dabei keine neue Beute vor sich, sondern ist einfach nur aufgeregt und neugierig, wer da kommt.

Und wenn das alles nichts hilft, kann man sich ja immer noch flach auf den Boden legen.

Gerade mit Gästen im Haus ist es sehr wichtig, dass euer Hund grundlegende Signale wie "Sitz", "Nein" oder die Aufforderung, ins Körbchen zu gehen, versteht. In unserem Online-Training "Basissignale" lernt ihr gemeinsam, wie ihr diese und viele weitere wichtige Signale üben und anwenden könnt.
PS: Wir hoffen, dass das Signal "Aus" nicht zum Einsatz kommen muss ;)

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