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Schule in Dreieich

Ava, das zerschundene afrikanische Hundemädchen

Im August 2017 erhielten wir den Anruf von Larissa Maxeiner aus Dreieichenhain. Sie suche Unterstützung bei der Resozialisierung ihrer neuen Fellnase Ava. So weit so gut und nichts Besonderes für eine Hundeschule. Doch was sie uns dann erzählte war unglaublich und atemberaubend: Sie und ihr Mann Tobi haben sich während ihres Urlaubs in Tansania, wo sie als freiwillige Helfer in einer Art „Tierheim“ gearbeitet haben, unendlich in ein afrikanisches, eigentlich dem Tod geweihtes Straßenhundemädchen verliebt und wollten es unbedingt zu sich nach Deutschland holen. Wie es dazu kam und was das in aller Konsequenz bedeutete, das erzählt uns hier Larissa selbst.

Ava, das zerschundene afrikanische Hundemädchen, erobert die Herzen von Larissa & Tobi

Im August 2017 erhielten wir den Anruf von Larissa Maxeiner aus Dreieichenhain. Sie suche Unterstützung bei der Resozialisierung ihrer neuen Fellnase Ava. So weit so gut und nichts Besonderes für eine Hundeschule. Doch was sie uns dann erzählte war unglaublich und atemberaubend: Sie und ihr Mann Tobi haben sich während ihres Urlaubs in Tansania, wo sie als freiwillige Helfer in einer Art „Tierheim“ gearbeitet haben, unendlich in ein afrikanisches, eigentlich dem Tod geweihtes Straßenhundemädchen verliebt und wollten es unbedingt zu sich nach Deutschland holen. Wie es dazu kam und was das in aller Konsequenz bedeutete, das erzählt uns hier Larissa selbst:

„Es war Liebe auf den ersten Blick als wir Ava das erste Mal sahen. Sie war nicht gerade der auffälligste Hund.  Sie war die, die als letzte an den Napf kam und danach aussah wie ein Ferkel, da ihre Schnauze und ihre Zunge durch starke Verletzungen in Mitleidenschaft gezogen waren. Sie war diejenige, die beim Spielen mit den Anderen grundsätzlich auf dem Rücken lag, aber auch die, die am ehesten die Nähe zu den Menschen suchte und immer ihren Kopf in den Schoss legte, damit man sie streichelte.  Vor allem faszinierte mich, dass selbst Tobi, der eigentlich nie so scharf darauf war, einen Hund auf seinem Schoss zu haben, ihr nicht widerstehen konnte und sie zu seinem persönlichen Schosshund wurde.  WIR haben nicht SIE ausgesucht, sondern SIE hat UNS ausgesucht.

Unser Urlaub verging wie im Flug und der Abschied von Ava fiel uns unendlich schwer. Als wir wieder zu Hause waren, ging sie uns nicht aus dem Kopf. Wir hatten Freundschaften im „Volunteer Haus“ geschlossen (dort war Ava untergebracht), so wurde ich weiterhin auf dem Laufenden gehalten über Ava’s Befinden. Wir erfuhren, dass es Ava zunehmend schlechter ging durch die Unterdrückung von den anderen Hunden. Sie zog sich immer mehr zurück, „pieselte“ sich vor Angst ein und ließ fast keinen mehr an sich. Sie konnte also nicht länger im Volunteer Haus bleiben, da sie dort völlig unterging. Also sollte sie abgegeben werden. Aber in Tansania möchte niemand einen ruhigen Schmusehund, sondern einen Wachhund, der die Menschen schützt und verteidigt. Aber Ava war ganz und gar kein Wachhund.

Den verrückten Gedanken, Ava zu uns zu holen, hatte ich schon lange. Und selbst Tobi, der eigentlich eher „Katzenfan“ ist, freundete sich mehr und mehr mit dem Gedanken an. Aber mal ehrlich: es ist doch eigentlich völlig verrückt einen Hund aus Tansania nach Deutschland zu holen. Es gibt genug Tiere in Deutschland, die ein neues zu Hause suchen … klar gibt es die, aber wir haben nun mal gesehen und erlebt wie in den meisten Fällen Hunde in Tansania behandelt werden: Es gehört zur Tagesordnung, dass Hunde dort „aus Spaß“ mit Steinen beworfen, an den Pfoten zusammen gebunden oder vom Auto überfahren werden. Eine Aufklärung über den Umgang mit Tieren gibt es praktisch nicht. (Gott sei Dank gibt es Leute wie Ismael – Ava‘s Retter – oder Tizia mit ihren Freiwilligen aus der ganzen Welt, die aufklären, Kastrationsaktionen organisieren und verletzte Hunde zu Tierärzten bringen und sie aufpäppeln. Somit war spätestens jetzt klar: Es gab kein Zurück mehr, wir mussten Ava so schnell wie möglich zu uns holen!

Wir leiteten alle Schritte ein, die erforderlich waren, um sie zu adoptieren und nach Deutschland zu bringen. Es mussten Papiere besorgt und Tollwut Antikörper Nachweise nach Deutschland geschickt werden. Ava wurde geimpft & gechipt. Wir kauften eine Transportbox, suchten einen Flugpaten und schickten Flugtickets und Box nach Tansania. Gott sei Dank hatten wir vor Ort gute Freunde, die für uns alles organisieren konnten.

Natürlich hatten wir zwischendurch Bedenken, da sie die letzten Wochen wohl schwer zu kämpfen hatte mit verschiedenen Unterkünften, neuen Menschen etc. Würde sie eine so lange Reise in einer Box psychisch und physisch gut überstehen? Deshalb haben wir uns auch schon im August an Jeannette gewandt, um uns professionellen Rat und Unterstützung zu holen für die Vorbereitungen und die ersten gemeinsamen Stunden. Ab der ersten Email war sie so ein wichtiger Ansprechpartner für uns und beruhigte uns, wenn wir wieder mal zweifelten, ob das alles so richtig war wie wir es entschieden hatten und ob wir das alles hinkriegen. Sie gab uns so viele wertvolle Tipps, wie wir es für uns alle am einfachsten machen konnten.

Im Oktober war es dann endlich so weit: Ava trat ihre große Reise in ein neues Leben an.

Unser Wiedersehen war unbeschreiblich: Schon bei ihrer Ankunft am Flughafen hat sie uns trotz 6-monatiger Trennung sofort erkannt und war die Ava, die wir kennen und lieben gelernt hatten.

Zu Hause angekommen war Ava allerdings leicht verwirrt, als sie feststellen musste, dass sie nicht alleine war sondern ihr neues Revier jetzt mit zwei zwar mit Fell und Schwanz ausgestatteten Wesen teilen zu müssen, welche jedoch keine Hunde waren ( in Tansania hatte sie nie Katzen gesehen). Unseren zwei Hausmiezen war die Begeisterung ebenfalls ins Gesicht geschrieben – der Blick hatte etwas von „Äääh, doch hoffentlich nur zu Besuch?“ Oder auch „Könnte ihr bitte jemand sagen, dass sie nach Hund müffelt und sich schleunigst putzen sollte?“ gepaart mit blankem Entsetzen nach den ersten Tagen von beiden Seiten „Die wohnt jetzt hier!?“.

Jedoch wurden sie mit viel Geduld, einem Haufen Leckerli und Schmuseeinheiten erstaunlich schnell zu Geschwistern. Natürlich gibt es auch heute noch Momente, in denen Ava  sich beim Anblick der Katzen das Maul leckt und wir befürchten, sie denke gerade über den „Big Mäc Cat“ nach. Bis jetzt klappt aber alles super und sie liegen sogar zusammen auf der Couch, klauen gemeinsam Leckerli vom Schrank und haben viel Blödsinn im Kopf.

Von Erziehung oder europäischen Manieren konnte bei Ava dennoch keinerlei Rede sein. Deshalb hatten wir so unsere Bedenken, ob das jemals klappt mit Sitz, auf den Namen hören, Leine laufen oder mit dem Buddeln aufzuhören – der Garten sah nämlich nach einer Woche bereits aus wie eine Mondlandschaft!

Durch die Gruppenkurse bei Hundeverrückt und die Einzeltrainings mit Jeannette bei uns zu Hause oder im Feld können wir mit Stolz behaupten – diese Bedenken waren Quatsch. Mit viel Üben haben wir all das in den Griff bekommen. An der Leine mit anderen Hunden ist es noch nicht wirklich perfekt, doch auch das bekommen wir ganz sicher mit viel Üben und Geduld in den Griff.

Unser Fazit aus dem letzten Jahr: Wir sind so glücklich, uns für Ava entschieden zu haben, wir genießen es, sie so fröhlich und ausgeglichen zu erleben. Es war jeden Cent (rassehundwürdig :-))  und jede Sekunde Aufwand wert, auch wenn es manchmal wirklich nicht leicht war. Sie macht das Leben schöner und ist überall dabei, weil sie es kann.  Sie fühlt sich sicher mit uns und wir uns mit ihr. Es war die beste Entscheidung, die wir hätten treffen können. Und auch ein Hund mit so einem schweren Start ins Leben und seinen Macken hat es verdient geliebt zu werden und ihm ein glückliches Leben zu ermöglichen.  Ich bin der Überzeugung, ein Hund muss keine optischen Standards erfüllen oder Eltern „von und zu“ haben. Es muss einfach nur „Zooooom“ machen … wo die Liebe hinfällt!!!

Wir sind Allen, die uns beraten, unterstützt und nicht für völlig meschugge erklärt haben, unendlich dankbar.“

Ganz herzlichen Dank an Larissa Maxeiner dafür, dass sie ihre Geschichte mit uns und unseren hundeverrückten Lesern teilt.

Viele liebe Grüße

Euer HUNDEVERRÜCKT-Team

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