Absolute Tabus in der Hundeerziehung: Gewalt und Bestrafung
Warum nicht?
Es gibt wirklich viele Gründe. Die Wichtigsten: Wir wünschen uns eine Partnerschaft fürs Leben. Dabei kommt es darauf an, dass du deinem Vierbeiner vertrauen kannst und mindestens genauso wichtig: dein Vierbeiner dir vertrauen kann. Dies geht nur mit viel Geduld, Belohnung und natürlich viel Liebe. Andersrum gesagt: dein Hund wird auch über Bestrafung lernen, jedoch wird er Angst vor dir haben und das wollen wir nicht.
Übrigens: aus psychologischer Sicht ist Bestrafung in der Erziehung weniger sinnvoll als Belohnung. Denn: du musst jedes schlechte Verhalten deines Hundes miterleben. Sobald du einmal verpasst, ihn zu bestrafen, wird er diesen Verpasser als Belohnung sehen. Im Gegensatz dazu ist es nicht schlimm, zu belohnendes Verhalten nicht immer zu belohnen, da auf die Dauer unregelmäßige Belohnung am effektivsten ist.
Beispiel: Deine Fellnase stibizt die Wurst vom Tisch. Du siehst es aber leider nicht und verpasst somit, ihn zu bestrafen. Das bedeutet „Belohnung“ für deinen Vierbeiner, da er geklaut und die Wurst als Belohnung bekommen hat.
Also: Finger weg von positiver Bestrafung!
Was gehört zu Bestrafung und zu den absoluten Tabus in der Hundeerziehung?
- Generell jegliche Art von Gewalt! (treten, schlagen etc.)
- Deinen Hund für etwas bestrafen (z.B. schimpfen), was in der Vergangenheit liegt. Reminder: Dein Hund kann keine Verknüpfung mehr zwischen Lob/Schimpfen und seiner Handlung herstellen, wenn dazwischen mehr als drei Sekunden liegen
- Wenn dein Vierbeiner in die Wohnung macht, seine Nase ins Pipi stupsen. Das geht wirklich gar nicht und bringt übrigens überhaupt nichts!
- Die folgenden Halsbänder/ Leinen verwenden: Kettenhalsband, Nierenleine, Retrieverleine, Stachelhalsband, Schockhalsband, Impulsbänder, ... All dies hat absolut nichts in der Hundeerziehung und beim Aufbau von Vertrauen verloren!
- Wurfketten/ Trainingsdiscs verwenden: hier wird mit dem Erschrecken des Hundes gearbeitet, damit er mit etwas „Schlechtem“ aufhört. Bei schlechtem Timing verknüpft der Hund es mit einem anderen Verhalten, als dem zu „bestrafenden“. Noch schlimmer: wenn er mitkriegt, dass sein Mensch das Teil geworfen hat, führt dies zu Vertrauensverlust!
Beispiel: Dein Hund stibizt wieder die Wurst vom Tisch und du wirfst die Disc nach ihm, während er sie bereits auf dem Teppich verzehrt: er könnte jetzt z.B. lernen, dass er nicht auf den Teppich oder noch schlimmer, gar nicht fressen darf(Fressstörung vorprogrammiert)
Alpharolle: den Hund auf den Rücken werfen, um so Dominanz zu demonstrieren. Dies wird weder in der Hundewelt gemacht, noch hat es etwas in der Erziehung deines Vierbeiners verloren. Mit der Alpharolle erreicht man nichts, außer den Verlust von Vertrauen und Angstverhalten deines Hundes
- Nackenschütteln: eine früher häufig angewandte “Trainingsmethode”, um dem Hund seine Grenzen aufzuweisen. Noch heute hören wir manchmal, dass das die Welpenmutter ja auch machen würde. Das ist absoluter UNSINN! Nackenschütteln vermittelt Aggression und ist ein absolutes Tabu. Man erreicht auch hier nichts, außer ein geknicktes Vertrauen.Schnauzengriff: Auch der
- Schnauzengriff gehört definitiv NICHT zu den Trainingsmethoden, für eine artgerechte Hundehaltung. Beim Schnauzengriff wird dem Vierbeiner von oben an die Schnauze gegriffen und die Lefzen gegen die Zähne gepresst. Für den Hund ist das mit großen Schmerzen verbunden.
Fazit
Wie jetzt schon das ein oder andere Mal gesagt, ist der Schlüssel zum Erfolg die positive Verstärkung. Auch wenn sich positive Bestrafung zunächst einmal nicht schlecht anhört, macht man sich damit eigentlich nur alles kaputt. Wir möchten Vertrauen aufbauen, dass der Hund uns bedingungslos lieben kann und keine Angst vor uns haben muss. Durch positive Bestrafung verliert er das Vertrauen zu uns und nicht selten kommt es vor, dass Vierbeiner, die mit positiver Bestrafung erzogen werden ein auffälliges Verhalten aufzeigen und aggressiv werden. Dein Hund wird dich mehr respektieren, wenn du Bestrafung aus deiner Erziehungsmethode streichst und geduldig und konsequent mit ihm arbeitest. Dann steht eurer langlebigen Beziehung nichts mehr im Wege.
Was aber machen, wenn dein Hund nur Blödsinn im Kopf hat? Das A und O hier ist das konsequente Ignorieren von Fehlverhalten und das Loben, wenn er etwas gut macht. Wie ihr das richtig macht, erfahrt ihr bei uns im Hundetraining oder auch einfach von zu Hause im unserem Online-Kurs “Entspannter-Alltag”

