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Hundeschule in Dreieich

Fluch und Segen des Leckerlis

Im Training in unserer Hundeschule werden wir immer wieder gefragt, ob die Hundeerziehung auch ohne Leckerlis erfolgen kann. Einige Kunden befürchten, dass durch das Training mit Leckerlis ihre Hunde eine Beziehung zum Futter und nicht zu ihnen aufbauen. Unsere Antwort darauf ist, dass ein erfolgreiches Training natürlich auch mit dem Einsatz anderer Belohnungen möglich ist, denn DER HUND ENTSCHEIDET, WAS IHN AM MEISTEN MOTIVIERT! Und es gibt durchaus Hunde, die kein großes Interesse an Fressbelohnungen haben.

 

Hilfs-/Motivationsmittel UND Verstärker

Wenn ein Hund gerne frisst, dann ist es absolut sinnvoll, beim Aufbau eines völlig neuen Signals mit Futter zu arbeiten, um zu schnellem Erfolg zu kommen.
Beim Basistraining können Leckerlis als Hilfs- bzw. Motivationsmittel eingesetzt werden. Dabei geht es darum, den Hund zu einem bestimmten Verhalten zu motivieren. Wenn die Fellnase sich z.B. setzen soll, dann kann der Hundehalter seinem Vierbeiner das Leckerli von vorne nach hinten über den Kopf führen. Der Hund wird versuchen, das Leckerli so lange wie möglich zu beobachten und wird sich dann automatisch hinsetzen, um das Objekt der Begierde länger im Blick behalten zu können. Zu diesem Zeitpunkt weiß der Hund meistens noch nicht, dass er sich setzen soll. Deshalb muss diese Übung mehrfach wiederholt werden, bis der Hund sie entspannt und erfolgreich umsetzt. Um das „Sitz“ zu festigen, sollte dann noch ein positiver Verstärker als Lob und Bestätigung eingesetzt werden. Auch hierfür eignet sich das Leckerli, das Ihr ja bei dieser Übung ohnehin schon in der Hand habt, weil Ihr es bereits als Motivationsmittel verwendet habt und es bei erfolgreicher Umsetzung der Übung Eurem Vierbeiner direkt als Belohnung geben könnt. Natürlich geht das auch mit anderen positiven Verstärkern wie z.B. einem Lieblingsspielzeug, Streicheleinheiten, Lobwort etc. je nachdem, was Eure Fellnase am meisten motiviert :-)

Müssen es immer Leckerlis sein?

Gerade wenn ein Vierbeiner neu in der Familie ist, dann können Leckerlis helfen, den Beziehungsaufbau zwischen Mensch und Hund zu fördern. Durch die leckeren Belohnungsteilchen wird sich der Hund in der Regel schnell auf sein Frauchen und Herrchen einlassen und Vertrauen zu Ihnen fassen. Wichtig ist aber, dass diese Beziehung nicht nur über Leckerlis aufgebaut wird. Für die erfolgreiche Beziehung ist es wichtig, dass die Vierbeiner mit viel Spaß beschäftigt werden, wie z.B. mit dem Lieblingsspielzeug oder spannenden Spielen (z.B. Apportier- und Suchspiele).

Bei uns im Hundetraining wird überwiegend mit Leckerlis als Motivationsmittel und positiven Verstärkern gearbeitet, weil hiermit sehr schnelle Erfolge erzielbar sind. Die meisten Fellnasen fressen nun mal sehr gerne. Entscheidend ist hier jedoch der richtige Einsatz des Leckerlis, nämlich eindeutig als Belohnung für das gewünschte Verhalten und zwar unverzüglich, d.h. innerhalb von max. 2 Sekunden nach dem gezeigten Verhalten.

Das heißt aber nicht, dass man dann nur noch mit Leckerlis arbeiten muss. Wir empfehlen, diese Belohnungsart nach dem erfolgreichen Grundtraining, d.h. sobald der Hund genau verstanden hat, was das Signal bedeutet, langsam auszuschleichen und durch andere Belohnungen, wie z.B. Lob oder Spielzeug zu ersetzen.

Wenn Kunden bei uns nicht mit Leckerlis arbeiten möchten, dann gehen wir natürlich auf deren Wünsche ein und setzen andere Hilfsmittel und Verstärker ein, die der Hund liebt. Das entscheiden die Hundehalter, die natürlich auch am besten wissen, auf was Ihre Fellnasen so richtig „abfahren“.

Der Spaß muss immer im Vordergrund stehen.

Belohnungsarten variabel einsetzen

Auf den Mix kommt es an.
Sowohl was die Frequenz der Belohnung als auch die Belohnungsart selbst betrifft. Belohnungen dürfen nicht abstumpfen und sollten immer begehrenswert sein.

Was meinen wir damit? Wenn unser Hund das tut, was wir von ihm fordern wird er belohnt. Signal – Ausführung – Leckerli (oder Spielzeug).

Das wird früher oder später für unsere clevere Fellnase langweilig. Der eigentliche Reiz der Belohnung schlafft ab und unser Vierbeiner findet dann andere Reize, wie z.B. jagen, zu anderen Hunden gehen, Jogger jagen,… spannender. Für Euren Hund muss die Belohnung immer „spannend bleiben, und zwar in unterschiedlicher Hinsicht. Wir empfehlen deshalb im Aufbautraining, d.h. wenn das nun bekannte Signal mit immer mehr Ablenkung trainiert wird, nicht bei jedem erfolgreich ausgeführten Signal zu belohnen. Es muss für unsere Fellnase immer wieder eine Überraschung sein, ob „ich etwas bekomme und wenn ja, wieviel“. Auch die Belohnungsart sollte variiert werden, damit nicht immer das gleiche als Belohnung gegeben wird.

Für unseren Hund sollte das Belohnungssystem immer eine spannende Überraschungsbox sein, die spannender ist als externe Reize, die überall lauern.

Fazit

Das Leckerli kann 2 Funktionen haben: 

  1. als Hilfsmittel, um den Hund zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen
  2. als Belohnung, wenn der Hund ein gewünschtes Verhalten gezeigt hat

Bei Hunden, die gerne fressen, vereinfacht und beschleunigt das Leckerli das Erlernen eines völlig neuen Signals enorm. Im Aufbautraining sollte es dann jedoch langsam ausgeschlichen werden!

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