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Hundeschule in Dreieich

Unser Weg - Dino und das Leben in einem richtigen Zuhause

Vorletztes Jahr haben wir von Simone und ihrem Herzenshund Dino berichtet, den sie unter den widrigsten Umständen aus Lanzarote nach Deutschland "entführt" und diesem überaus menschenscheuen, durch und durch ängstlichen Hund ein wunderbares Zuhause geschaffen hat. Nicht zu fassen, was aus ihm geworden ist. Simone erzählt euch diese Geschichte selbst:

 

Das letzte Mal, als Hundeverrückt von Dino berichtete, arbeiteten wir gerade daran, mit ihm Auto fahren zu üben. Heute liegt er ganz entspannt auf der Rückbank - angeschnallt und mit Geschirr - während wir unsere Familie in Oberursel besuchen fahren. Manchmal fragt man sich wirklich, wie das eigentlich so schnell gehen konnte und was zwischen dem ängstlichen Hund von damals und dem selbstsicheren kleinen Macho-Charmebolzen passiert liegt.

Jeden einzelnen Schritt sind wir gemeinsam gegangen. Gemeinsam mit Jeannette, die uns immer ermutigt und uns unterstützt hat, ob mit Rat oder Tat.

Aber erst einmal von Anfang an

Dino kommt aus einem Tierheim auf Lanzarote. Er hat nichts von der Welt gesehen, ließ sich nicht berühren, geschweige denn anleinen oder Gassi führen. Ich habe ihn drei Mal auf Lanzarote besucht. Insgesamt 7 Wochen innerhalb von 2 Jahren mit ihm verbracht. Dann konnte er endlich in das Tierheim hier in Egelsbach kommen, wo er für weitere 1,5 Jahre blieb. In dieser Zeit hat Jeannette mich, meine Mutter und meine Oma unermüdlich unterstützt und immer wieder aufgebaut, wenn es mal wieder einen der zahllosen Rückschläge gab. Vor allem der fehlende Fortschritt zehrte an den Nerven von allen. Dino ging nicht Gassi, er ließ sich kaum berühren. Eine Leine jagte ihm noch immer genauso viel Angst ein, wie zuvor auf Lanzarote. Die stressige Tierheim-Atmosphäre tat ihr übriges. Trotzdem waren stets eine enge Verbindung und ein besonderes Band zwischen Dino und mir. Die Beziehung zu meiner Familie wurde durch die regelmäßigen Besuche immer enger. Aber anfassen war weiterhin nicht drin. Letztlich waren wir dann so weit, dass wir den Sprung ins kalte Wasser wagten. Wir holten Dino zu uns. Nachdem meine Mutter und ich unsere getrennten Wohnungen aufgegeben und uns ein neues Domizil in Egelsbach gesucht hatten, konnte Dino bei uns einziehen.

Seitdem lebt er nun bei uns und wir sind jeden Tag froh, dass er bei uns ist.

Er ist ein typischer Bardino...

Er ist in der Familie zärtlich und unglaublich anhänglich. Zugleich beschützt er uns, bewacht sorgfältig Haus und Garten und genießt es als „Polizeihund“ Sherriff zu spielen. Auf seine Art ist er verschmust und liebt es einfach nur bei seiner lang vermissten Familie in seinem gemütlichen Zuhause zu sein.

Er genießt seine Gassi-Gänge im Feld, das Treffen mit anderen Hunden oder das Rennen neben dem Fahrrad. Früher war ein kleiner Schritt vor die Tür schon wie eine Weltumsegelung. Heute scheint die Welt offen und kein Ort zu weit entfernt, weil wir zusammen die Sicherheit gewonnen haben, die Wege, die vor uns liegen, zu beschreiten. Ich glaube, dass es immer wieder Herausforderungen geben wird, anders wäre es ja langweilig! Aber es ist schön zu sehen, dass Dino inzwischen, wie Jeannette sagt, „ein ganz normaler Hund“ geworden ist. Wir müssen jetzt nur noch daran arbeiten, das auch zu erkennen und im Gedächtnis zu behalten.

Dinos Sozialkontakte

Im Moment haben wir eine Gassi-Gängerin, mit deren Hund meine Mutter und Dino einmal in der Woche Gassi gehen. Außerdem treffen wir ein bis zweimal in der Woche eine Freundin mit ihrem Hund. An den Wochenenden machen wir Ausflüge in die nähere Umgebung und mindestens einmal in der Woche kommt meine Oma vorbei. Mit ihr teilt Dino die Leidenschaft für Äpfel. Genauer gesagt hat sie ihn darauf gebracht. Und so sitzen sie gemeinsam da und teilen ihr süßes Geheimnis. Denn keiner darf wissen wie saftig ihr geteilter Apfel tatsächlich ist.

Weiterhin haben wir nun einen festen Termin einmal im Monat mit Jeannette. Wir schauen dann welche Tipps und Tricks uns helfen, den Alltag mit Dino einfacher zu gestalten. Das Gassi-Gehen, der Umgang mit Begegnungen mit anderen Hunden, Radfahrern, Straßenverkehr, aber auch Mittel zu Beschäftigung und Übungen zur Bindungsstärkung sind in den Einzelstunden Thema.

Unsere nächsten Ziele

Manchmal träumen meine Mutter und ich davon, einmal an den Gruppenstunden teilnehmen zu können. Ziele, die wir schon erreicht haben, ermutigen uns, neue Herausforderungen anzugehen.

Wenn wir wieder einmal vergessen, was wir erreicht haben, erinnert uns Jeannette daran. Sie kennt die Situation, hat trotzdem den Blick von außen und kann so oft neue Blickwinkel eröffnen.

Gemeinsam schaffen wir das ...

Ich glaube der wichtigste Satz ist für uns: „Ihr kennt euren Hund!“ Denn nichts ist schwerer, als mit der Meinung anderer umgehen zu müssen, während man selbst zweifelt und nicht recht weiß, wie man weitermachen soll. Wenn man dann weiß, dass man Unterstützung und jemanden hat, der an deiner Seite ist, dann findet sich leichter eine Lösung.

Natürlich ist es auch wichtig, dass man sich versteht und dass die Wellenlänge stimmt. Ich bin wirklich froh, dass ich damals diesen Anruf getätigt und Jeannette in unser Projekt eingeladen habe.

Ich bin stolz und glücklich, dass Dino ihr ihre unermüdliche Geduld und Hingabe zurückgeben konnte. Wer Dino kennt, weiß dass er nicht mit Liebesbekundungen um sich wirft. Nach mittlerweile 3 Jahren, die sich Dino und Jeannette nun kennen, hat er sie in der vergangenen Woche das erste Mal freudig begrüßt. Für mich und sicher auch für sie kam es so unerwartet und war auch so schnell wieder vorbei, dass man es kaum richtig fassen konnte. Aber für mich war klar, dass schon wieder ein kleines Stück in unserem Mosaik hinzugekommen war. 

Danke, liebe Jeannette, für die vergangenen drei Jahre und auf das, was noch vor uns liegt!

Es grüßen dich

Dino und seine drei Weiber!

 

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