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Hundeschule in Dreieich

Die Sinne von Hund und Mensch im Vergleich

In dieser Zeit, in der man einfach nur versucht, dass einem die Decke nicht auf den Kopf fällt, wird man ja einfallsreich. Falls Ihr Euch fragt, warum Ihr beim "Versteckspiel" so gut wie keine Chance gegen Euren vierbeinigen Freund habt, und das Spiel schnell langweilig wird, lest doch mal hier rein:

Wenn jemand behauptet, er rieche besser als sein Hund dann liegt das wahrscheinlich an seiner seeeeeehr langen Nase ;)

Dass Hunde sehr gut riechen und hören, kann man täglich beobachten. Doch wie ist es eigentlich mit den anderen Sinnen und um wie viel sind sie besser oder schlechter als die des Menschen? 

Der Geruchssinn

Wie gut man riechen kann ist abhängig von der Anzahl der Riechzellen und davon, wie ausgeprägt das Riechzentrum im Gehirn ist. Hunde sind wahre Spürnasen und gehören mit zu den am besten riechenden Tieren überhaupt. Zwar ist es von Rasse zu Rasse unterschiedlich, doch ein Schäferhund beispielsweise verfügt über unglaubliche 250 Millionen Riechzellen. Der Mensch im Vergleich besitzt gerade mal ca. 10 Millionen Riechzellen.

Auch das Riechzentrum im Gehirn ist bei Hunden deutlich ausgeprägter - es ist abhängig von der Rasse 7-14 mal größer als das des Menschen. 

Das Schnüffeln beim Hund ist nichts anderes als eine Riechtechnik, durch die eine optimale Menge an Luft an die Riechschleimhäute gelangt. Durch die Verwirbelung beim schnellen aus- und einatmen werden zudem kleinste Geruchspartikel erkannt. In Zahlen: Während wir Menschen zwischen ca. 10000 verschiedenen Gerüchen unterscheiden können, sind es beim Hund ungefähr 1 Million. Zusätzlich können sie den Ursprung des Geruchs einfach lokalisieren und andere Gerüche dabei ausblenden.

Hier gibt es nichts zu diskutieren- diese Runde geht klar an den Hund!

Der Hörsinn

Wie gut man hören kann, hängt zu einem großen Teil von den Frequenzen ab, die man wahrnimmt. Bei uns Menschen sind das Töne im Bereich von 20-20000Hz. Hunde im Vergleich hören Frequenzen von 15-50000Hz. Sie können also tiefere, aber vor allem auch deutlich höhere Töne wie das Fiepen einer Maus oder sogar den Ultraschall einer Federmaus wahrnehmen. 

Dazu kommen im Hundeohr 17 verschiedene Muskeln, mit denen das Ohr ausgerichtet wird. Es ermöglicht dem Vierbeiner, dreidimensional zu hören und auch Störgeräusche herauszufiltern.

Aber hören Hunde mit ihren großen Ohren alles lauter als wir Menschen?
Gewissermaßen funktioniert das Ohr des Hunden als Verstärker, doch der eigentliche Vorteil liegt darin, dass Hunde ihr Gehör selektiv einsetzen können. Ein laufender Fernseher kann einfach ausgeblendet werden, während bei über 50 verschiedenen Geräuschen das Fiepen einer Maus immer noch  wahrgenommen und lokalisiert werden kann. 

Genauere Informationen zum Gehör von Hunden findet ihr in unserem Blogbeitrag Wie gut hören eigentlich unsere Vierbeiner?

Machen wir uns nichts vor, auch diese Runde geht klar an die Fellnasen.

Der Sehsinn

Die Annahme, dass Hunde alles in Schwarz-Weiß sehen, ist weit verbreitet. Heute weiß man, dass dies falsch ist. Hunde können Farben sehen, allerdings anders als wir Menschen. In unserem Auge kann zwischen drei Farbtypen (rot, gelb, blau) unterschieden werden. Beim Hund hingegen sind es nur zwei (gelb und blau). Die Farbe rot können sie also nicht erkennen und auch den "rötlichen Teil" in anderen Farben (z.B. Orange) können sie nicht wahrnehmen. 

Stattdessen besitz das Hundeauge einen anderen Vorteil: Der Augenhintergrund ist verspiegelt, d.h. das Licht prallt hier ab und trifft erneut auf den Sehnerv. Deshalb können Hunde in der Dämmerung oder bei Nacht mehr erkennen als wir Menschen. Außerdem ist ihr Sichtfeld etwas größer als das von uns Menschen. Während es bei uns ca. 200° sind, beträgt das Sichtfeld bei Hunden je nach Rasse 240°-260°.

Ein weiter Unterschied ist - ähnlich wie bei Geruchs- und Hörsinn - die selektive Wahrnehmung. Aufgrund ihrer Abstammung als Jäger ist der Sehsinn des Hundes auf Bewegungen ausgerichtet. Stationäre Objekte werden beinahe ausgeblendet, während plötzliche Bewegungen sofort wahrgenommen werden. Der Hund nimmt über die Augen also generell weniger wahr, für einen Jäger wichtige Reize wie die plötzliche Bewegung einer Maus werde jedoch genauestens erfasst. 

Hier ist es schwierig, einen Gewinner zu küren, weshalb wir uns auf ein Unentschieden geeinigt haben. Tagsüber sehen wir Menschen besser, nachts die Vierbeiner. 

Der Tastsinn

Der Tastsinn lässt sich nur schwer messen, und variiert zwischen verschiedenen Körperregionen. Dennoch gibt es zwei wesentliche Unterschiede:

  • Hunde verfügen über sogenannte Vibrissen, allgemein bekannt als Tasthaare. Es gibt sie an der Schnauze, den Augenbrauen unter dem Kinn und zum Teil an den Ohren. Diese sind tiefer in der Haut verwurzelt als normale Haare und reagieren extrem sensibel. Selbst der kleinste Luftzug kann hiermit wahrgenommen werden und auch bei völliger Dunkelheit schützen sie den Hund davor, sich zu stoßen.
  • Vierbeiner sind nur an ihren Schnauzen mit Wärmerezeptoren ausgestattet. Ansonsten verfügen sie größtenteils nur über Kältesensoren. Das Problem dabei ist, dass sie erst den Schmerz wahrnehmen können, den Wärme auslösen kann, und davor nicht bemerken, dass sich z.B. ihre Pfoten aufheizen. Im Sommer verbrennen sich Hunde deshalb schnell ihre Pfoten auf dem Asphalt und nehmen es erst wahr, wenn es schon zu spät ist. Auch in der prallen Mittagssonne bemerken sie die Hitze erst, wenn sie anfängt, die Haut zu verbrennen. Gerade im Sommer ist es deshalb wichtig, ein Auge auf den Vierbeiner zu haben und ihn in den Schatten zu führen, denn er selbst hat keinen Sinn, der ihm im Voraus sagt, wann es genug ist.

Auch hier ist es schwer zu sagen, wer die Nase vorn hat. Wir haben unseren Fellnasen erneut ein Unentschieden vorgeschlagen, welches sie akzeptiert haben. 

Der Geschmackssinn

Rindfleisch mit püriertem Gemüse - und das zweimal am Tag, siebenmal die Woche und 365 mal im Jahr - das hört sich nicht gerade nach Haute Cuisine an.
Tatsächlich haben Hunde einen relativ gering ausgeprägten Geschmackssinn. Mit ca. 1700 Geschmacksrezeptoren schmecken sie deutlich weniger als wir Menschen mit ungefähr 9000 Rezeptoren.

Ist das ein Nachteil?
Evolutionär betrachtet dient der Geschmackssinn dazu, schlechte oder giftige Nahrung zu erkennen und zu meiden. Bei uns Menschen ist das wichtig, denn ob Vogelbeeren giftig sind oder nicht kann man weder sehen noch riechen, erst der sehr bittere Geschmack ist ein Warnzeichen, dass man sie nicht als Hauptnahrungsmittel verwenden sollte. 
Hunde hingegen nutzen ihren ausgeprägten Geruchssinn, um giftige Lebensmittel zu erkennen. So kommen diese gar nicht erst in den Mund, sondern werden von Anfang an ausgeschlossen. 

Endlich mal eine Runde, die an den Mensch geht! Unsere Vierbeiner werden es verkraften, denn mit so einem Geruchssinn ist das Ganze halb so schlimm...

Fazit

Hund und Mensch verfügen über die gleichen Sinne, doch sie sind alle unterschiedlich ausgeprägt. Für den Hund sind der Hör- und Geruchssinn von enormer Bedeutung und werden am intensivsten genutzt, um sich zu orientieren, Beute auszumachen und Gefahren zu erkennen. Wir Menschen ziehen hier eindeutig den Kürzeren. Auch der Sehsinn ist für die Vierbeiner wichtig, allerdings von geringerer Bedeutung als bei uns. Wir sind zwar die besseren Feinschmecker, allerdings benötigen wir diesen Vorteil auch, um unseren schwachen Geruchssinn auszugleichen. Der Tastsinn lässt sich nur schwer vergleichen, Rezeptoren und deren Funktionsweise unterscheiden sich zudem, sodass es bei beiden Kandidaten Vor- und Nachteile gibt. 

Dass Hund und Mensch so unterschiedliche Sinne haben ist faszinierend und zeigt, wie unterschiedlich wir uns entwickelt haben. Doch für unsere Freundschaft ist das keineswegs ein Problem sondern ermöglicht vielmehr, gegenseitig aufeinander aufzupassen und füreinander da zu sein! Und während wir uns wundern, wieso die Fellnase den roten Ball in der Wiese nicht sieht, verdreht diese die Augen, wenn wir mal wieder den Postboten nicht bemerken, obwohl er sich dem Haus bereits auf 500 Meter genähert hat.

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