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Hundeschule in Dreieich

Mandy – eine kurze Geschichte (Augen auf beim Hundekauf!!)

Mandy wurde als Golden Retriever Mädchen vor nicht allzu langer Zeit geboren. Zum Wurf zählten 5 Geschwister. Bereits nach 2 Wochen wurde sie und ihre Schwestern und Brüder von ihrer Mutter getrennt. Von da an lebten sie in einer viel zu engen Box in einem dunklen Raum der nicht beheizt war. Futter gab es unregelmäßig und vor allem nicht ausreichend.

Eine kurze Geschichte

Nach 6 Lebenswochen wurde Mandy zum Verkauf im Internet angeboten. Das veröffentlichte Bild zeigte einen wunderschönen Golden Retriever Welpen und der veröffentlichte Text war sehr ansprechend. Eine junge Familie, die auf der Suche nach einem Familienmitglied mit Fell war, wurde im Internet auf diese Anzeige aufmerksam. Schnell wurde der Züchter kontaktiert. Er gab der Familie einige Informationen zu Mandy und bot direkt einen Verkaufstermin am kommenden Sonntagnachmittag an. Allerdings könne der Verkauf Corona bedingt nicht beim Züchter stattfinden. Stattdessen schlug er einen öffentlichen Platz vor, den Parkplatz eines Discounters im Nachbarort. Die junge Familie willigte ein und konnte von da an den heiß ersehnten Termin kaum abwarten. Endlich war es dann soweit. Am Sonntagnachmittag, es dämmerte bereits leicht, traf sich die ganze Familie mit dem Züchter auf dem besagten Parkplatz. Als der Züchter den Kofferraum öffnete, kam eine große Hundebox zum Vorschein, in der im hintersten Eck eine kleines Fellknäuel zusammengekauert lag.  Auf die Frage, warum Mandy so regungslos im Käfig lag, erwiderte der Züchter, dass sie den ganzen Tag mit ihren Geschwistern getobt hätte und nun ganz müde sei. Sie würde sich aber erfahrungsgemäß sehr schnell erholen. Das klang plausibel für die neuen Besitzer von Mandy. Die Formalitäten waren schnell vollzogen. Der Züchter bekam 650€ und die Familie bekam Mandy. Den Kaufvertrag habe der Züchter nicht dabei, weil er noch auf Informationen vom Zuchtamt wartete, die er im Vertrag ergänzen müsse. Sobald sie da wären, würde er ihnen den vollständigen Vertrag zusenden. Überglücklich brachten sie ihr neues Familienmitglied nach Hause. Leider verbesserte sich Mandy’s Zustand nicht. Weiterhin war sie sehr apathisch und wollte weder fressen noch trinken. Da der Züchter nicht erreichbar war, suchten sie einen Tierarzt auf. Es blieb nicht bei diesem einen Besuch. Weitere folgten. Obwohl der Tierarzt alles in seiner Macht befindliche tat, verschlechterte sich Mandy’s Zustand. Nach gerade 11 Lebenswochen verließ sie viel zu früh unsere Welt, um dann hoffentlich dort, wo sie nun war, ein glückliches Dasein ohne Schmerzen und Qual genießen zu können. Die zahlreichen Untersuchungen an Mandy hatten ergeben, dass sie weder geimpft noch entwurmt war und unter Mangelernährung litt. Die Todesursache war ein Organversagen hervorgerufen durch Parvovirose, was durch eine entsprechende Impfung vermeidbar gewesen wäre.

Mandy hat viele Leidensgenossen

Mandy, die Hauptakteurin in unserer Geschichte, gab es nie. Sie ist eine Erfindung von uns.  Die Inhalte der Geschichte aber sind wahr, so wahr, wie sie nicht wahrer sein können. Sie ereignen sich immer und immer wieder. Viele tausend Welpen jedes Jahr erleiden das gleiche oder ein ähnliches Schicksal wie unsere Mandy in der Geschichte. Unseriöse Züchter (oder sollte man sie besser als emotionsbefreite, eiskalte Hundeproduzenten bezeichnen) nutzen die immer größer werdende Nachfrage ohne Rücksicht auf die Hundemütter und die Welpen aus. Wie Ihr in der Geschichte lesen konntet, gehen sie dabei sehr geschickt vor.

Woran erkennt man unseriöse "Züchter"

Wir haben hier einmal die aus unserer Sicht wichtigsten Anzeichen zusammengestellt. Einige Punkte haben wir bereits in der Geschichte gelesen.

  • Schöne Veröffentlichung von Mandy im Internet
    Diese „Züchter“ veröffentlichen wunderschöne Welpenbilder im Internet und schreiben dazu sehr ansprechende Texte. Wer wird da nicht schwach, wenn er/sie so etwas dann im Netz findet. 
    Verzaubert durch das süße Wesen, das schon bald in unsere Familien einziehen soll, werden schnell klare Anzeichen, die auf unseriöse Züchter hinweisen, übersehen.
    Lasst Euch nicht durch tolle Bilder und schöne Texte blenden, sondern traut Euch, kritisch zu hinterfragen! 
  • Mandy wurde mit 6 Wochen zum Verkauf angeboten.
    Kein seriöser Züchter gibt seine Welpen ab, bevor sie mind. 8 Wochen alt sind. In diesem Zeitraum achtet er sehr darauf, dass seine Schützlinge die richtige Ernährung erhalten, alle bis dahin relevanten Impfungen vollzogen sind, Entwurmungen stattgefunden haben, die Fellknäule gechipt und ausreichend sozialisiert sind. 
  • Der Verkauf von Mandy fand auf einem Parkplatz statt.
    Seriöse Züchter würden das niemals tun – auch nicht in Corona Zeiten. Sie zeigen ihren potentiellen Neubesitzern gerne sehr genau, wie und wo die Welpen ihre ersten Lebenswochen verbracht haben. Sie zeigen auch gerne die Mutter der Babys. 
    Bei unseriösen Züchtern wird die Mutter meistens nicht gezeigt, weil diese Hündinnen oft als Zuchtmaschinen genutzt werden und dadurch in einem schlechten Zustand sind. Oft zeigen sie auch eine andere Hündin und geben sie als die Mutter aus. Dann solltet Ihr genau beobachten, wie die gezeigte Hündin sich gegenüber den Welpen verhält. Wenn sie die Welpen ignoriert oder sich sogar aggressiv verhält, kann das stark darauf hindeuten, dass es sich nicht um die Mutter handelt.
    Weiterhin sind Welpen seriöser Züchter neugierig, agil und in einem gepflegten Zustand. Auch das zeigen die Züchter gerne den Interessenten.
    Niemals würde ein guter Züchter seine Welpen beim ersten Kontakt mit dem Kunden verkaufen. Er möchte sich selbst ein Bild machen, wohin er seine Hunde gibt und er wird in mehreren Kontakten versuchen, festzustellen, ob die Rasse die richtige für die Interessenten ist und welcher Welpe aus dem Wurf am besten zum neuen Frauchen und Herrchen passt.
  • Mandy wurde zu einem Preis von 650€ verkauft.
    Die meisten Zuchthunde liegen im Bereich zwischen 800 und 1.200€. Auch hier sollte kritisch hinterfragt werden, wenn der Preis zu günstig erscheint.
  • Einen Kaufvertrag für Mandy gab es beim Verkauf nicht.
    Bevor ein seriöser Züchter seine Welpen abgibt, hat er alle erforderlichen Aktivitäten ausgeführt und im Kaufvertrag dokumentiert.
  • Mandy war weder geimpft noch entwurmt und sie wurde falsch ernährt
    Züchter sind verpflichtet ihre Schützlinge impfen zu lassen, was für die Seriösen unter ihnen natürlich selbstverständlich ist. Interessenten sollten sich vor dem Welpenkauf den Impfpass zeigen lassen und auf Echtheit überprüfen. Des Weiteren sollte überprüft werden, ob die Hunde gechipt und entwurmt sind. Ein seriöser Züchter kann dies problemlos mit den entsprechenden Dokumenten belegen. 

Mandy starb in unserer Geschichte im Alter von 11 Wochen an einer Infektion, die durch eine Impfung vermeidbar gewesen wäre. Unseriöse Züchter versuchen die Kosten der Welpenaufzucht so gering wie möglich zu halten, um beim Verkauf möglichst viel Gewinn zu erzielen. Neben dem Verzicht auf Impfungen, Entwurmungen und Chippen werden die jungen Hunde auch nicht sozialisiert. Fehlende Sozialisierung, das Halten der Welpen unter hundeunwürdigen Bedingungen in den ersten Lebenswochen und die zu frühe Trennung der Welpen von ihrer Mutter können dazu führen, dass sich aus den süßen Bälgern Problemhunde oder aber Hunde mit gesundheitlichen Problemen entwickeln. Oft sind dann die neuen Besitzer überfordert und die Abgabe des Schützlings in ein Tierheim ist die Folge.

Augen auf beim Hundekauf!

Wir, das Team von Hundeverrückt, wünschen allen Hundebesitzern das allerbeste mit ihren Vierbeinern. Deshalb bitten wir Euch beim Kauf eines Hundes sehr genau darauf zu achten, woher das neue Familienmitglied kommt. In Deutschland gibt es viele phantastische Hundezüchter, die alles Erdenkliche tun, damit die neuen Besitzer einen gesunden Hund bekommen, der ihnen lange sehr viel Freude bereitet. Wir selbst haben tolle Erfahrungen mit verschiedenen Hundezüchtern gemacht. Bei ihnen hatten wir immer das Gefühl, dass sie ihre Welpen wie die eigenen Kinder (oder vielleicht noch liebevoller) behandeln und ihnen die Abgabe ihrer Schützlinge jedes Mal wieder extrem schwerfällt.
Unseriöse Züchter dagegen lassen sich mit entsprechender Beobachtung nicht so schwer enttarnen und dann heißt es „Finger weg“.

Gib dem Tierschutz eine Chance!

Alternativ zum Kauf eines Welpen vom Züchter können wir Euch den Gang zu Tierschutzeinrichtungen empfehlen. Dort gibt es so viele wunderbare Seelen, die darauf warten ein tolles zu Hause zu bekommen, darunter übrigens auch viele Welpen und Junghunde!  
Unser letzter Hund kommt aus dem Tierheim. Sein Name ist „Milow“. Wir nennen ihn sehr oft „Jackpot“.

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

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