
Nach 6 Lebenswochen wurde Mandy zum Verkauf im Internet angeboten. Das veröffentlichte Bild zeigte einen wunderschönen Golden Retriever Welpen und der veröffentlichte Text war sehr ansprechend. Eine junge Familie, die auf der Suche nach einem Familienmitglied mit Fell war, wurde im Internet auf diese Anzeige aufmerksam. Schnell wurde der Züchter kontaktiert. Er gab der Familie einige Informationen zu Mandy und bot direkt einen Verkaufstermin am kommenden Sonntagnachmittag an. Allerdings könne der Verkauf Corona bedingt nicht beim Züchter stattfinden. Stattdessen schlug er einen öffentlichen Platz vor, den Parkplatz eines Discounters im Nachbarort. Die junge Familie willigte ein und konnte von da an den heiß ersehnten Termin kaum abwarten. Endlich war es dann soweit. Am Sonntagnachmittag, es dämmerte bereits leicht, traf sich die ganze Familie mit dem Züchter auf dem besagten Parkplatz. Als der Züchter den Kofferraum öffnete, kam eine große Hundebox zum Vorschein, in der im hintersten Eck eine kleines Fellknäuel zusammengekauert lag. Auf die Frage, warum Mandy so regungslos im Käfig lag, erwiderte der Züchter, dass sie den ganzen Tag mit ihren Geschwistern getobt hätte und nun ganz müde sei. Sie würde sich aber erfahrungsgemäß sehr schnell erholen. Das klang plausibel für die neuen Besitzer von Mandy. Die Formalitäten waren schnell vollzogen. Der Züchter bekam 650€ und die Familie bekam Mandy. Den Kaufvertrag habe der Züchter nicht dabei, weil er noch auf Informationen vom Zuchtamt wartete, die er im Vertrag ergänzen müsse. Sobald sie da wären, würde er ihnen den vollständigen Vertrag zusenden. Überglücklich brachten sie ihr neues Familienmitglied nach Hause. Leider verbesserte sich Mandy’s Zustand nicht. Weiterhin war sie sehr apathisch und wollte weder fressen noch trinken. Da der Züchter nicht erreichbar war, suchten sie einen Tierarzt auf. Es blieb nicht bei diesem einen Besuch. Weitere folgten. Obwohl der Tierarzt alles in seiner Macht befindliche tat, verschlechterte sich Mandy’s Zustand. Nach gerade 11 Lebenswochen verließ sie viel zu früh unsere Welt, um dann hoffentlich dort, wo sie nun war, ein glückliches Dasein ohne Schmerzen und Qual genießen zu können. Die zahlreichen Untersuchungen an Mandy hatten ergeben, dass sie weder geimpft noch entwurmt war und unter Mangelernährung litt. Die Todesursache war ein Organversagen hervorgerufen durch Parvovirose, was durch eine entsprechende Impfung vermeidbar gewesen wäre.
Mandy, die Hauptakteurin in unserer Geschichte, gab es nie. Sie ist eine Erfindung von uns. Die Inhalte der Geschichte aber sind wahr, so wahr, wie sie nicht wahrer sein können. Sie ereignen sich immer und immer wieder. Viele tausend Welpen jedes Jahr erleiden das gleiche oder ein ähnliches Schicksal wie unsere Mandy in der Geschichte. Unseriöse Züchter (oder sollte man sie besser als emotionsbefreite, eiskalte Hundeproduzenten bezeichnen) nutzen die immer größer werdende Nachfrage ohne Rücksicht auf die Hundemütter und die Welpen aus. Wie Ihr in der Geschichte lesen konntet, gehen sie dabei sehr geschickt vor.
Wir haben hier einmal die aus unserer Sicht wichtigsten Anzeichen zusammengestellt. Einige Punkte haben wir bereits in der Geschichte gelesen.
Mandy starb in unserer Geschichte im Alter von 11 Wochen an einer Infektion, die durch eine Impfung vermeidbar gewesen wäre. Unseriöse Züchter versuchen die Kosten der Welpenaufzucht so gering wie möglich zu halten, um beim Verkauf möglichst viel Gewinn zu erzielen. Neben dem Verzicht auf Impfungen, Entwurmungen und Chippen werden die jungen Hunde auch nicht sozialisiert. Fehlende Sozialisierung, das Halten der Welpen unter hundeunwürdigen Bedingungen in den ersten Lebenswochen und die zu frühe Trennung der Welpen von ihrer Mutter können dazu führen, dass sich aus den süßen Bälgern Problemhunde oder aber Hunde mit gesundheitlichen Problemen entwickeln. Oft sind dann die neuen Besitzer überfordert und die Abgabe des Schützlings in ein Tierheim ist die Folge.
Wir, das Team von Hundeverrückt, wünschen allen Hundebesitzern das allerbeste mit ihren Vierbeinern. Deshalb bitten wir Euch beim Kauf eines Hundes sehr genau darauf zu achten, woher das neue Familienmitglied kommt. In Deutschland gibt es viele phantastische Hundezüchter, die alles Erdenkliche tun, damit die neuen Besitzer einen gesunden Hund bekommen, der ihnen lange sehr viel Freude bereitet. Wir selbst haben tolle Erfahrungen mit verschiedenen Hundezüchtern gemacht. Bei ihnen hatten wir immer das Gefühl, dass sie ihre Welpen wie die eigenen Kinder (oder vielleicht noch liebevoller) behandeln und ihnen die Abgabe ihrer Schützlinge jedes Mal wieder extrem schwerfällt.
Unseriöse Züchter dagegen lassen sich mit entsprechender Beobachtung nicht so schwer enttarnen und dann heißt es „Finger weg“.
Alternativ zum Kauf eines Welpen vom Züchter können wir Euch den Gang zu Tierschutzeinrichtungen empfehlen. Dort gibt es so viele wunderbare Seelen, die darauf warten ein tolles zu Hause zu bekommen, darunter übrigens auch viele Welpen und Junghunde!
Unser letzter Hund kommt aus dem Tierheim. Sein Name ist „Milow“. Wir nennen ihn sehr oft „Jackpot“.
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