Hundehaltung in der Stadt

Rassenkunde
Informiert euch - bevor ihr einen Vierbeiner adoptiert - gut über die Rasse. Auch wenn viele Hunderassen unter den richtigen Bedingungen stadttauglich sind, gibt es jedoch auch Hunderassen, die weniger für eine Stadthaltung geeignet sind. Dies betrifft gerade große Hunde, die einfach mehr Auslauf und „Freiraum“ brauchen, wie z.B. Schäferhunde oder Huskies. Wer in der Stadt lebt, sollte eher auf kleine bis mittelgroße Hunde zurückgreifen. Diese fühlen sich oft in der Stadt viel wohler als die größeren Hunde.
Hundegerechter Arbeitsalltag
Bevor ihr euch einen treuen Fellfreund in den Haushalt holt, überlegt bitte, wie kompatibel ein Hund mit eurer Arbeit ist. Ja wir sitzen gerade dank Corona alle im Homeoffice und haben viel Zeit aber gerade jetzt ist es wichtig vorausschauend zu planen und zu überlegen, wie ihr einen Hund und euren Arbeitsalltag kombinieren könnt und auch müsst. Was passiert, wenn ihr wieder ins Büro geht? Seid ihr den ganzen Tag weg? Könnt ihr eure Fellnase mit zur Arbeit nehmen? Ja nach gutem Training, können wir unsere Fellnasen auch mal ein paar Stunden alleine lassen, aber dies sollte nicht den ganzen Tag und das 5 mal die Woche nötig sein. Habt ihr jemanden der sich um euren Vierbeiner kümmern könnte wenn ihr zurück bei der Arbeit seid? Lasst euch all diese Sachen durch den Kopf gehen und ganz wichtig: habt immer einen Plan B und dieser sollte nicht sein, die treue Fellnase zur Not ins Tierheim zu geben! Denn das hat sie nicht verdient!
Langsame Eingewöhnung
In der Stadt herrscht eine andere und vor allem eine viel lautere Geräuschkulisse, die Hunde ängstlich stimmen kann, deswegen sollten eure Fellnasen nach und nach an die Lautstärke der Stadt gewöhnt werden. Ihr solltet also zunächst in ruhigeren Umgebungen spazieren gehen und nach und nach mehr Trubel hinzufügen bis ihr dann tatsächlich in der Stadt spazieren gehen könnt.
Ist eure Fellnase erstmal an die Großstadt gewöhnt und der ganze Lärm macht eurem Vierbeiner nichts mehr aus, kann dies auch andere Vorteile mit sich bringen, da der Hund stressresistenter ist.
Öffentlicher Nahverkehr
Seid ihr auf Busse und Bahnen angewiesen, sollten ihr von klein auf mit eurer Fellnase Bus und Bahn fahren üben. Es ist wichtig, dass die Fellnase sich schon im Welpenalter an das Gewusel und die Geräuschkulisse gewöhnt. Denkt dabei stets daran: seid ihr nervös, merkt euer Vierbeiner das und färbt sofort auf ihn ab. Seid ihr entspannt, versteht euer Vierbeiner, dass alles normal und gut ist.
Erziehung ernstnehmen und konsequent durchziehen
Bei einem Stadthund ist es unheimlich wichtig, ihn gut zu erziehen und im Griff zu haben, denn nur ein kleiner Ausrutscher, wie zum Beispiel, dass der Hund auf die Straße rennt, kann fatale Folgen mit sich bringen. Es ist also wichtig eurem Stadthund die wichtigsten Basissignale beizubringen, das bringt sowohl euch als auch eurer Fellnase viel, denn eure Fellnase kann dann auch entspannter sein und hier und da mal schnüffeln und Hundefreunde kennen lernen, natürlich nur mit eurer Erlaubnis.
Hierbei ist es außerdem wichtig, dass ihr eurer Fellnase ein gutes Vorbild seid. Das heißt, wenn ihr schnell über die Straße gehen wollt, weil gerade kein Auto kommt, lasst den Hund trotzdem absitzen, schaut nochmal rechts und links und gebt dann eurer Fellnase das Signal, dass ihr jetzt die Straße überqueren könnt. Macht ihr das nicht konsequent, kann euer Vierbeiner die Fälle nicht unterscheiden.
Zum Trainieren der wichtigsten Signale, die für einen entspannten Alltag mit Eurem Hund nötig sind, empfehlen wir Euch auch unsere Online-Schule.
Auslauf
Da Stadthunde oftmals nicht wirklich die Möglichkeit haben raus in den Garten zu gehen, sind Auslauf bzw. Spaziergänge umso wichtiger. Die Spaziergänge sind nämlich die Highlights eurer Fellnase. Plant euch also genügend Zeit ein für Spaziergänge, gestaltet diese abwechslungsreich, gerne auch gespickt mit kleinen Übungen, Spielchen, „Abenteuern“. Das macht Euch beiden Spaß und stärkt unglaublich Eure Bindung.
Überlegt euch auch, wenn ihr allgemeine Dinge zu erledigen habt, ob der Hund da wirklich mit muss, wie z.B. das Einkaufen. Eure Fellnase darf in der Regel nicht mit rein und muss draußen warten. Das stresst sie unheimlich. Deshalb bringt ihr rechtzeitig bei, alleine zu bleiben und geht dann separat in einer Grünanlage, auf einer Hundewiese oder im Wald oder ähnlichem spazieren. Denn der Weg zum Einkaufen ersetzt unter keinen Umständen einen Spaziergang.
Begegnungen mit anderen Hunden
Ihr wisst sicher, ihr seid nicht die einzigen, die einen Stadthund haben. Deswegen kann es durchaus zu Begegnungen mit Artgenossenen kommen. Trainiert diese frühzeitig, damit ihr Gebelle oder sogar einem Streit aus dem Weg gehen könnt.
Überfüllte Ecken vermeiden
In einer Stadt gibt es immer Ecken, wo mehr los ist, als an anderen. Versucht diese Ecken und Straßen zu vermeiden. Na klar, überall gibt es andere Passanten und das ist auch nicht schlimm, jedoch solltet ihr Fußgängerzonen vermeiden, wo wildes Getobe ist und man vor lauter Ausweichen, den Spaß am Spaziergang vergisst. Das macht weder euch, noch eurer Fellnase Spaß.
Verantwortung als Hundebesitzer übernehmen
Eine wichtige Sache, die ihr immer beachten solltet ist: habt ihr einen Kotbeutel dabei? Hier seid ihr gefragt, denn keiner, ihr eingeschlossen, freut sich auf dem Gehweg in einen Hundehaufen zu treten. Übernehmt die Verantwortung und räumt das Häufchen weg, denn macht ihr es nicht, entstehen weiter Hundehasser, die vielleicht sogar Giftköder für die Hunde auslegen.
Gesetzes- bzw. Regellage kennen
Wenn ihr einen Hund in der Stadt halten wollt, solltet ihr euch vorher über alle Gesetze im Klaren sein und außerdem solltet ihr euch auch informieren, ob die Stadt, in der ihr den Hund halten wollt, eigene Regeln bezüglich Hundehaltung hat. Ein Beispiel hierfür ist, dass in manchen Städten eine Leinenpflicht gilt, während das in anderen Städten nicht der Fall ist. Falls ihr nicht wisst, wie ihr herausfinden sollt ob es spezielle Regeln gibt, die ihr beachten müsst, ist das Ordnungsamt der Stadt eine gute Anlaufstelle.