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Hundeschule in Dreieich

Lass den Handwerker heile

Hat man sich entschieden, einen Hund mit in die Familie aufzunehmen, ist dieser schon nach kürzester Zeit ein fester Bestandteil der Familie und fällt im Haus gar nicht mehr auf. Auch eure Freunde sind regelmäßig zu Besuch und kennen den Vierbeiner ebenfalls. Aber der Handwerker, der morgen früh kurz vorbeikommt? Der hat vielleicht panische Angst vor Hunden… ohne etwas Vorsicht kann sich hier also eine brenzlige Situation entwickeln.

Folgendes Szenario:

Montag, 7:30. Als ihr das letzte Mal so früh aufgestanden seid, war das, weil ihr noch ins Büro fahren musstet, anstatt von Zuhause aus zu arbeiten. Heute kommt allerdings der Handwerker vorbei. Als er pünktlich (soll ja vorkommen) an der Tür klingelt, macht ihr, noch etwas verschlafen, gleich die Tür auf. Euer Hund, ein großer Berner Sennenhund, hat süß eingekuschelt an eurem Fußende geschlafen. Von diesem unangekündigten Besuch hat er allerdings nichts mitbekommen, deshalb stürmt er sofort an euch vorbei, um den Fremden zu begutachten und angemessen zu begrüßen. Der Handwerker erschreckt sich total und weicht sofort zurück. Was hat er denn? Eure Fellnase ist vielleicht etwas ungestüm, aber sie würde niemals einer Seele was zuleide tun. Jetzt ruft er auch noch in einem unverschämten Tonfall, ihr sollt den Hund endlich wegsperren?! Geht’s eigentlich noch? Ihr seid total empört, denn was man nur gegen so ein süßes Fellknäuel haben könnte, ist euch gänzlich unverständlich. 

Naja… vielleicht schauen wir uns mal die andere Seite an.
Der Handwerker betritt pünktlich um halb acht euer Grundstück (Pünktlichkeit ist sein großer Wettbewerbsvorteil). Als er die Klingel drückt, hört er von drinnen wildes Gebell. Oh nein, bitte nicht schon wieder. Seit er als Kind mal gebissen wurde, hat er panische Angst vor großen Hunden. Ganz egal was das Herrchen meint, diese riesen Dinger sind doch alle gleich und nur weil jemand sagt, dass sein Hund nicht beißt, heißt das noch lange nicht, dass der Hund sich daran hält. Als die Tür aufgeht, kommt es, wie es immer kommt. Das riesen Ding springt sofort auf ihn zu. Er hat Panik, weicht zurück und schreit den Besitzer an, den Hund endlich in einen anderen Raum zu sperren! Immer das gleiche! Was ist denn so schwer daran, einfach mal seinen Hund zurückzuhalten, wenn man die Tür aufmacht?

Ganz offensichtlich gibt es zu solchen Situationen immer zwei Sichtweisen. Wir als Hundebesitzer verbringen die meiste Zeit des Tages mit unserer Fellnase und kennen uns in- und auswendig. So passiert es sehr schnell, dass man nicht bedenkt, wie andere Menschen einem fremden Hund gegenüber reagieren. Handwerker, Elektriker etc. sind hier oft die Opfer, da sie nichts von euren Hunden wissen und eventuell auch nur einmal bei euch sind. Egal wie liebenswert der Vierbeiner ist, im ersten Moment zählen dann nun mal Größe, Aussehen und Vorerfahrungen. Es ist wichtig, nie zu vergessen, dass nicht jeder Hunden gegenüber so aufgeschlossen ist und dass sich viele z.B. mit verschiedenen Hunderassen nur wenig auskennen. Ein großer Hund gilt dann als gefährlich, egal um welche Rasse es sich handelt.

So geht's richtig

Was können Besucher tun?

Natürlich gibt es aber auch für Besucher ein paar Tricks, mit denen man einen fremden Vierbeiner schnell zu seinen Freunden zählen wird. Generell ist es ein sehr großer Vorteil, ein paar Leckerlis in der Tasche zu haben. Den meisten Hunden reicht das schon, um eventuelle Feindseligkeiten schnell zu vergessen. Aber Vorsicht, da die Vierbeiner die Leckerlis riechen müsst ihr damit rechnen, plötzlich eine sehr fellige Nase am Eingang eurer Hosentasche zu wiederzufinden. 

Viele Hunde springen zur Begrüßung an Besuchern hoch. Das ist keineswegs böse gemeint, sie freuen sich einfach nur, dass ein Gast im Haus ist. Je nach Größe des Hundes kann das ganze aber natürlich schnell etwas beängstigend werden – der eine Hund kommt nur bis zu den Oberschenkeln, der andere setzt euch zur Begrüßung die Pfoten auf die Brust…
Die einfachste Lösung ist hier, euch wegzudrehen und den Hund möglichst zu ignorieren – er wird schnell merken, dass er durch das Hochspringen keine Aufmerksamkeit bekommt und aufhören – denn auch wenn es beängstigend wirken mag, möchte er euch ja nur begrüßen. 

Schlussendlich besteht aber natürlich trotzdem die Gefahr, irgendwann mal in einer Situation zu sein, in der sich der fremde Hund euch gegenüber wirklich feindselig verhält, bellt und knurrt und die Hundebesitzer nicht eingreifen oder ihren Hund nicht ausreichend unter Kontrolle haben.  In dieser Situation solltet ihr in die Hocke gehen, euch seitlich zum Hund drehen und Blickkontakt vermeiden. Auf diese Art lässt sich selbst so eine Situation noch lösen, trotzdem ist es danach aber euer gutes Recht, das Haus wieder zu verlassen oder ein ernstes Wort mit dem Frauchen oder Herrchen zu reden!

Fazit

Wer jeden Tag mit seinem Hund verbringt, für den ist dieser auch ein guter Freund und Partner. Es geht schnell und ist gar nicht so ungewöhnlich, dass man dann vergisst, wie der Vierbeiner auf andere Menschen wirken könnte. Besonders bei Besuch von Fremden, aber natürlich auch bei Begegnungen im Wald o.ä. ist es deshalb sehr wichtig, im Voraus die Situation richtig einzuschätzen und aus Respekt gegenüber seinem Gast den eigenen Hund unter Kontrolle zu behalten. Mit der richtigen Einstellung und einem eingeübten Ablauf können Probleme so einfach vermieden werden.
Aber auch Gäste können natürlich einiges tun, um sich gegen unbekannte Hunde zu „wappnen“. Die beste Möglichkeit ist hier sicherlich das Leckerli, denn es gibt nur wenige Fellnasen, die bei so einem Gastgeschenk die sofortige Freundschaft ablehnen würden.

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