Die Hundebox – eine Entschleunigung für unsere Fellnasen

Wofür benötige ich überhaupt eine Hundebox?
Neulich besuchte uns eine Bekannte und wir hatten unsere Hundebox im Wohnzimmer stehen. Sie war ziemlich entsetzt und sagte, dass wir doch wohl unsere Hunde darin nicht einsperren würden.
Natürlich konnten wir sie beruhigen und ihr mitteilen, dass es eine Rückzugsmöglichkeit für unsere Hunde ist, wenn sie ihre Ruhe haben möchten.
Und in der Tat ist es so – Nala und Milow ziehen sich oft und gerne in die Box zurück und für uns ist dann klar, dass sie jetzt nicht gestört werden möchten.
Aber wie bringt man die Hunde dazu, die Box als Ruhebereich zu nutzen? Das möchten wir Euch gerne in diesem Blog Beitrag erklären.
Welche ist die richtige Box für meinen Hund?
Zuerst einmal ist die Größe der Box wichtig. Wenn Ihr einen Deutsche Dogge Welpen habt, dann kauft keine Box, die auch noch für den erwachsenen Hund genutzt werden kann. Diese ist für den Welpen viel zu groß und dann kann es z.B. sein, dass er den ungenutzten Teil der Box anders als geplant nutzt, z.B. als Toilette. Die Box sollte aber mindestens so groß sein, dass Euer Hund darin bequem sitzen, stehen und ausgestreckt liegen kann (plus einen Größenpuffer damit sie nicht zu schnell zu klein wird).
Wenn Ihr nun eine passende Box habt, dann empfehlen wir, sie mit einer kuscheligen Decke auszulegen. Jetzt geht es daran, Euren Vierbeiner an diese Box zu gewöhnen.
Wie gewöhne ich meinen Vierbeiner an die Box?
Dafür geht Ihr Schritt für Schritt vor und Ihr braucht dafür auch etwas Geduld.
Wichtig ist, dass die Box an einem ruhigen Platz steht, von wo Euer Hund das ganze Geschehen von Euch im Blick hat. Wir empfehlen, die Box nicht direkt vor dem Fernseher oder vor der Heizung zu platzieren.
Jetzt geht es darum, die Hundebox für Eure Fellnase interessant zu machen. Dazu öffnet Ihr die Box am Eingang und wenn vorhanden auch am Dach. Die Eingangstür solltet Ihr im offenen Zustand arretieren, damit sie nicht versehentlich zufallen kann. Nun könntet Ihr etwas wie z.B. Leckerlies, einen Kauknochen oder ein Spielzeug in den hinteren Teil der Box legen. Ihr bleibt jetzt die ganze Zeit dabei, während Euer Hund die Box begutachtet. Wenn er in die Box schaut oder sogar einen ersten Schritt hineinwagt, dann schnell loben und mit Leckerlies (ggfs. durch das offene Dach) belohnen. Je nachdem wie „ängstlich“ er am Anfang noch ist, könnt Ihr ihm die Leckerlis außerhalb der Box geben oder aber in den vorderen Teil der Box werfen. Das wiederholt Ihr immer wieder, so dass er merkt, „hey das Teil ist klasse“. Es ist ganz wichtig, dass Euer Vierbeiner die Box von Anfang an als etwas Positives wahrnimmt. Deshalb solltet Ihr ihn auch niemals hineinschieben oder hineintragen und schnell die Tür schließen und auch niemals an oder auf die Box schlagen, wenn er drin ist. Dadurch würde er sie als etwas Negatives verknüpfen und es wird dann sehr schwer für Euch, ihn zukünftig vom Gegenteil zu überzeugen.
Ganz wichtig ist, dass Eure Fellnase freiwillig hineingeht.
Schrittweise Verlängerung der Zeit
Wenn der Hund von sich aus gerne in seine Höhle geht, dann könnt Ihr diesen Vorgang mit einem Handzeichen und einem Signal ergänzen. Sobald er einen Schritt in die Box macht, macht Ihr eine einladende Handbewegung und sagt z.B. „Box“ Nicht vergessen – immer loben, wenn er reingeht.
In einem 2. Schritt könnt Ihr, wenn Euer Vierbeiner in seiner Höhle ist und sich seinem darin befindlichen Leckerli oder Spielzeug widmet, auch schon einmal kurz die Tür schließen. Am Anfang nur kurz und dann wieder öffnen. Auch diese Übung wiederholt er immer wieder und verlängert die Zeiträume in denen die Tür geschlossen ist.
Wenn das gut funktioniert, dann könnt Ihr damit anfangen, den Hund in der Box bei verschlossener Tür alleine zu lassen. Aber nur kurz. D.h., Ihr haltet Euch nicht mehr in unmittelbarer Nähe der Box auf. Bei dieser Übung könnt Ihr dann sukzessive die Zeit, in der Euer Vierbeiner allein in der Box ist verlängern und auch schon einmal kurz den Raum verlassen, um z.B. mal alleine ins Bad zu gehen. Bitte steigert die Zeiträume, in denen Ihr Euren Hund alleine lasst, nur langsam.
So, wenn das gut klappt, dann könnt Ihr anfangen einmal kurz die Wohnung zu verlassen.
Bitte verabschiedet Euch nicht theatralisch von ihm vor dem Verlassen der Wohnung. Geht einfach aus dem Haus und wenn Ihr zurückkommt begrüßt Ihr ihn bitte auch nicht euphorisch. Für den Hund soll das aus dem Haus gehen und wiederkommen eine ganze normale Situation werden/sein.
Wenn Ihr diese Schritte konsequent mit etwas Geduld durchführt, dann werdet Ihr einen Hund haben, der gerne in seiner tollen Hundebox verweilt.
Rückschritt ist Fortschritt
Falls Eure Fellnase noch nicht so gerne in der Box bleibt und vielleicht sogar fiept (bitte die Tür erst öffnen, wenn er das Fiepen kurz unterbricht), dann empfehlen wir Euch ein paar Schritte zurück zu gehen und die oben beschrieben Übungen noch einmal zu wiederholen.
Wenn die Box auf diese Art positiv auftrainiert wird, ist sie neben der Rückzugsmöglichkeit für Euren Vierbeiner eine tolle Unterstützung beim konsequenten Ignorieren Eures Hundes z.B. im Training der Beißhemmung, um ihm das Hochspringen abzugewöhnen, wenn er seine „verrückten 5 Minuten hat“ u.v.m.
Wir wünschen Euch viel Erfolg!