Unter- und Überforderung beim Hund

Unterforderung:
Früher waren viele Hunde noch Arbeitstiere und hatten somit ihre feste Aufgabe. Solche festen Aufgaben hat jetzt kaum noch ein Hund. Deswegen müssen unsere Fellnasen anderweitig beschäftigt werden. Werden sie das nicht, kommt es zu einer Unterforderung, was für eure Fellnasen Stress bedeutet und sie sich noch dazu andere Beschäftigung sucht.
Symptome einer Unterforderung
Wenn ein Mensch unterfordert ist, zeigt sich diese Langeweile in Form von Unruhe. So ist das bei Hunden auch:
- Nervosität
- laufen ziellos herum
- suchen sich ihre eigene Beschäftigung: machen Möbel kaputt, graben das Beet um, … Das passiert, weil sie zu viel Energie haben, mit der sie nichts anderes anzufangen wissen
- sie bellen um die Aufmerksamkeit des Herrchens/Frauchens zu bekommen
- ständiges Kratzen, Knabbern und Lecken an immer den gleichen Körperstellen
- sie werden sehr träge und manchmal sogar depressiv
- Andauernde Jagd auf den eigenen Schwanz
- erhöhte Aggressivität
- Magenprobleme
Einige dieser Symptome können nicht nur auf eine Unterforderung deuten, sondern können auch auf Krankheiten hindeuten. Sollte eure Fellnase also Symptome zeigen, solltet ihr das lieber nochmal mit eurem Tierarzt abklären, woher diese Symptome kommen.
Wie beugt man also einer Unterforderung vor?
Wichtig ist vor allem die regelmäßige Bewegung, und da reicht es nicht, eure Fellnase alleine in den Garten zu lassen, denn sie braucht tatsächlich auch Aufgaben.
Lasst eure Fellnasen draußen toben, spielen, macht kleine Übungen & Tricks mit ihnen. An abwechslungsreichen Übungen hat sicher nicht nur euer Vierbeiner Spaß, sondern auch ihr und vor allem an den Erfolgen, die ihr damit gemeinsam erlebt. Das schweißt euch natürlich auch zusammen und ihr werdet zu einem unbesiegbaren Team. Auch regelmäßiges Hundetraining mit anderen Fellnasen fordert euren Hund geistig total und Spaß macht es ganz nebenbei auch noch!
Ein guter Nebeneffekt ist natürlich auch: Wir als Besitzer kommen auch mal raus, egal bei welchem Wetter. Doch solltet ihr beide mal gar keine Lust auf einen ewig langen Spaziergang bei strömendem Regen haben, könnt ihr ihn auch zuhause gut auslasten, z.B. durch gezielte Nasenarbeit oder Apportieren in der Wohnung, aber auch das Üben von kleinen Tricks oder neuen Signalen macht viel Spaß. In unserer Online-Schule haben wir Einiges für Euch zusammengestellt, da ist sicher für jeden was dabei.
Überforderung Hund
Oftmals überfordern jedoch neue Hundeeltern auch ihre Kleinen, indem sie zu lange Lernphasen machen oder zu viele Kommandos auf einmal beibringen wollen. Welpen, aber auch Tierschutzhunde können sich nämlich erst mal nur kurz konzentrieren, sie müssen ihre Konzentrationsfähigkeit erst noch aufbauen. Überfordert man also seinen Hund, zerstört man schnell mal die Lernfreude. Auch bei generell zu viel Beschäftigung ist der Hund leicht gestresst. Es gilt also das gesunde Mittelmaß zu finden.
Symptome einer Überforderung:
- Unruhe
- Nervosität
- viel Gähnen ohne Müdigkeit
- vieles Schütteln („Stress abschütteln“)
- ständiges Kratzen, Lecken, Knabbern
- Hund beißt beim spazieren gehen in die Leine
- Hund ist appetitlos
- Hund verweigert Kommandos
- Hund lässt sich nicht zum Spielen animieren
Unter- oder Überforderung?
Ja, viele Symptome sind bei Unter- und Überforderung gleich, aber wenn man genau hinschaut, kann man eindeutig erkennen, ob der Hund unter- oder überfordert ist. Ganz unabhängig davon wissen wir ja, wie wir unsere Fellnase fordern. Haben wir sie also nur ab und zu in den Garten geschickt und sonst aber keine Zeit, kann unser Hund ja auf keinen Fall überfordert sein. Sollten wir aber von einem Termin zum nächsten rennen (und zwar nicht unsere Termine, sondern die vom Hund wie z.B. Hundespaziergang mit Freunden, dann zuhause üben, dann spielen, Spazieren, Hundetraining etc.), dann wissen wir bei den Symptomen auch eindeutig, dass es sich um eine Überforderung handeln wird. Das heißt, wichtig ist es wirklich, das für eure Fellnase perfekt geeignete Mittelmaß zu finden, damit ihr und eure Fellnase glücklich seid. Wir helfen Euch da auch gerne jederzeit weiter, falls Ihr unsicher seid.
Wie viel Bewegung & Beschäftigung notwendig bzw. möglich ist, ist abhängig von Alter, Charakter, Gesundheit und auch der Rasse. Deswegen sollte man bereits bei der Rassenwahl berücksichtigen, wie viel Zeit man täglich zur Verfügung hat, um sich mit dem neuen Familienmitglied zu beschäftigen.